1) Eine Autorenpartnerschaft ist ja sicher nicht so einfach – über was streiten Sie sich mit Douglas Preston am meisten?
Lincoln Child:
Um ehrlich zu sein, wir streiten nicht mehr so viel. Ich denke, wir sind am Anfang unserer Karriere sensibler mit der gegenseitigen Kritik und in der Bearbeitung unseres Materials umgegangen. Aber wir waren auch mehr auf unsere eigenen Ideen fixiert und haben ziemlich viel diskutiert. Am meisten darüber, welchen Verlauf die Geschichte nehmen sollte. Doug wollte beispielsweise, dass die Entwicklung in eine bestimmte Richtung geht oder dass eine Figur etwas Bestimmtes tut, während ich etwas anderes wollte. Aber je mehr wir im Laufe der Jahre miteinander gearbeitet haben und je mehr Bücher jeder für sich geschrieben hat, umso mehr haben wir gelernt, dem Geschmack des anderen zu vertrauen und uns auf dessen Einschätzung und Fähigkeiten zu verlassen. Und ich glaube, unsere Partnerschaft besteht jetzt wirklich aus Vertrauen und Respekt. Das hat die Streitereien in den letzten Jahren reduziert.
2) Mal ganz objektiv betrachtet – wer hat die meiste Arbeit?
Lincoln Child:
Ich bin nicht sicher, ob Sie meinen, wer von uns härter arbeitet oder wer von uns mit der schwierigeren Arbeit betraut wurde. Die Antwort liegt sicher irgendwo dazwischen. Ich würde sagen, Doug hat eigentlich die meiste Arbeit, weil er wahrscheinlich mehr Kapitel schreibt als ich. Vermutlich schreibt er 60 % oder 65 % der Kapitel. Wobei ich glaube, es fällt ihm leichter als mir. Mein Job ist schwieriger in dem Sinne, als dass ich härter daran arbeiten muss, die Kapitel aufzubereiten. Weil ich aber als Autor so etwas wie ein Besessener bin, sind meine Kapitel, wenn sie einmal geschrieben sind, etwas ausgereifter. Vorausgesetzt, sie entwickeln sich von Anfang an in die richtige Richtung, muss man nicht mehr Zeile für Zeile daran herumfeilen, wie etwa bei Dougs Kapiteln. Somit hat jeder von uns, auf seine Weise, den härteren Job.
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